Sydney Innenstadt

 
Wir verlassen unser Hostel in Sydney Burwood und ziehen um in die Innenstadt – genießen das abendliche Flair am Darling Harbour Sydney – und besuchen den Centennial Park und Bondi Junction.
 

Unterkunft in Sydney

Am Samstag ist es nun soweit: wir verlassen das Hostel „Sydney Student Living“ in Concord. Leider war eine Verlängerung aufgrund der vielen Backpacker, die nach und nach zum Work and Travel in Australien einströmen, nicht möglich und so packen wir unsere sieben Sachen zusammen. Das ganze Gerödel, also großer Rucksack hinten, kleiner vorne und Laptoptasche in der Hand wiegt schon ordentlich was, round about 20kg dürften es sein. So richtig doll finden wir das beide nicht, also klassisches Backpacking auf diese Art wird’s eher nicht geben. Da wir nicht vor 14:00 Uhr im neuen Hostel in der Innenstadt von Sydney einchecken können, ruhen wir noch ein wenig im Burwood Park, ehe wir gegen eins den Zug zur Sydney Central Station nehmen. Von dort aus sind es nur etwa 700m bis zum „Maze Backpackers Sydney“.
Das Hostel liegt in der mit kleinen Geschäften gesäumten Pitt Street. Hier im näheren Umkreis sind noch mehr Backpacker Unterkünfte zu finden. Wir checken ein und erstmal erschlägt uns der undefinierbare, stechende Geruch im Treppenhaus. Also es gibt ja Toleranzen, was olfaktorisch erträglich ist und was nicht, aber das ist wirklich krass.
Das Zimmer selbst misst etwa 2m x 3m, bietet ein Doppelstockbett, einen kleinen Sessel mit Tisch und Blick auf den Innenhof. Ein seltsam geschnittenes, altes Gebäude insgesamt, ansonsten Gemeinschaftsküche (nicht näher betrachtet) und Gemeinschaftsbad (frühs sauber, später leider häufig dreckig). Eigentlich schade, denn im Prinzip ist die Badausstattung ganz ok. Wir wissen beide nicht so richtig, wie wir die Stimmung hier beschreiben sollen. Schwierig das rüber zu bringen, jedenfalls sind sehr viele Nationalitäten auf minimalem Raum untergebracht. Alles in allem also nicht der Standard, den man z.B. von einer guten Ferienwohnung in Ruhla erwarten könnte.
Wir haben den Plan, hier nicht länger als nötig zu bleiben und hatten ursprünglich auch die Aussicht auf ein Auto, was wir uns am Montag ansehen wollten. Leider war der Verkäufer außer einem Mail-Kontakt am Donnerstag nicht mehr zu erreichen. Daher suchen wir noch weiter.

Die Lage des Hotels in der Innenstadt von Sydney ist jedoch unschlagbar gut. Hier liegen alle Sehenswürdigkeiten wie auf dem Serviertablett vor einem. Dieser Teil Sydneys wird als „Sydney CBD“ bezeichnet, der Central Business District. Von der Besiedlung her ist er einer der ältesten Stadtteile und beherbergt heute alle Global Player, die in der Asia-Pacific Region mitspielen wollen. Sydney ist auch der Handelsplatz, der täglich als einer der ersten öffnet – ein kleiner Vorteil, im großen Geschäft. Die Gebäude sind imposant und architektonisch wie wir finden sehr wertvoll. Es gab offenbar wenig gestalterische Regularien zu beachten und so findet sich eine mannigfaltige Pracht an Wolkenkratzern, wenn man das so sagen kann. Und was ebenso bemerkenswert ist: diesem Bau- und Aufwärtsdrang scheint hier momentan nichts zu stoppen. Allenthalben wird renoviert, instandgesetzt oder komplett neu gebaut. Das Ganze läuft unter der zentralen Kampagne „Tomorrow’s Sydney“, die in der Bevölkerung die Maßnahmen koordiniert kommuniziert und bei Einschränkungen um Verständnis bittet.
Für uns als Besucher gibt das ein schlüssiges, sauberes Gesamtbild. Dazu passt auch, dass es in der ganzen Stadt auffallend wenig Müll gibt, der herumliegt. Die Luft ist auch gar nicht belastet, wie es in einer Großstadt (immerhin ca. 3 Mio. Einwohner) zu erwarten wäre. Es gibt zwar wirklich viele Autos und einen regen Pendlerverkehr, dieser trägt jedoch nicht signifikant zur Luftverschmutzung bei. Einerseits dürfte die Lage am Meer dafür verantwortlich sein (es geht immer ein leichter Wind, mitunter böig), andererseits ist hier fast keine Industrie ansässig und somit werden praktisch keine großen Kraftwerke benötigt. Der Sinn, einer rigiden, sogenannten Umweltpolitik in Deutschland, die die Gängelung der Kraftfahrer als oberstes Ziel auserkoren zu haben scheint, ist konkret ad absurdum geführt. Die flächendeckende Anpassung der Energieträger in der Wirtschaft, wäre wohl zielführender. Oder doch wieder ein KKW starten, da sind sie ja eh.

ANZAC Memorial und Darling Harbour

Am Nachmittag besuchen wir noch einmal bei schönerem Wetter den Hyde Park. Das darin befindliche ANZAC Memorial gedenkt den australischen und neuseeländischen Soldaten, die im ersten Weltkrieg in Frankreich an der Seite der alliierten Streitkräfte kämpften. Diese waren im „Australian and New Zealand Army Corps“ zusammengeschlossen. Das Denkmal erinnert in künstlerisch-interpretatorisch einzigartiger Weise an diesen Einsatz und wurde 1934 eröffnet. Außerdem liegt im Park noch die Saint Mary‘s Cathedral Sydney, die im neogotischen Stil errichtet wurde. Nach der Grundsteinlegung 1868 dauerte es bis zum Jahr 2000, ehe die Kirche vollständig vollendet war.
Bereits am ersten Abend zieht uns die Stadt in ihren Bann. Wir besuchen das Ausgeh-, Restaurant- und Vergnügungsviertel Darling Harbour, dass nur etwa 5min Fußweg vom Hostel aus beginnt. Es ist Samstag und die ganze Stadt scheint sich hier versammelt zu haben. Die Restaurants sind gefüllt, ebenso die Party-Boote, die durch den Hafen cruisen. Hinzu kommen individuelle Schausteller, die ihre Künste präsentieren.

Was uns auffällt ist die grundsätzlich ruhige Stimmung, die dem ganzen Treiben innewohnt. Hektik ist, auch was das Arbeiten hier betrifft, wohl nicht so dominant wie in der Heimat, da uns auch unter der Woche zwar Geschäftigkeit, aber keine Unruhe begegnen. Wir schlendern vorbei am „Sydney Sea Life Aquarium“ über die King Street Wharf und werfen einen Blick auf das gegenüberliegende „Harbour Side Shopping Centre“ und das „Australian National Maritime Museum“. Eine insgesamt ganz beeindruckende Szenerie.
Auf dem Rückweg durchqueren wir noch die Dixon Street, an deren Anfang und Ende chinesische Tore stehen und sozusagen ein kleines China Town bilden. Allerdings ist das eher ein Tropfen auf den heißen Stein. So viele Chinesen wie es hier in Australien gibt, haben wir noch nicht sonst wo auf der Welt (außer natürlich in China selbst) gesehen. Gefühlt sind es wenigsten ein Drittel der hier lebenden Bevölkerung, die direkt oder indirekt asiatischer Abstammung sind. Damit einher geht auch die extreme Dicht von chinesischen Geschäften, Restaurants, Convenience Stores und Wäscherein. Die Chinesen lieben Australien.

Centennial Park in Sydney und Bondi Junction

 
 

Der Sonntag verheißt angenehmes Wetter und machen wir uns auf gen Osten in Richtung Bondi, dem berühmten Surfer-Stadtteil von Sydney. Wir durchqueren den Moore Park und haben von dort aus mal wieder einen anderen Ausblick auf die Skyline von Sydney. Hier ist außerdem wieder einer der vielen kleinen öffentlichen Sportplätze angelegt. Edelstahlstangen und ein Tartanboden laden zur Körperertüchtigung ein, mitsamt bebilderter Anleitung. Absolut top, nicht übertrieben teuer in der Anschaffung und eine wirkliche Aufmunterung, sich fit zu halten.
Weiter führt unser Weg fast ohne es zu merken in den malerischen Centennial Park. Dieser wurde im 19. Jahrhundert angelegt und ist etwa 2,2 km² groß. Ein weitläufiges Areal, mit vielen Seen und einer der bekanntesten und beliebtesten Parks in Sydney. Er beherbergt auch verschiedene Möglichkeiten der Freizeitgestaltung, wie beispielsweise eine rundum verlaufende Pferdegaloppstrecke. Auffallend ist auch, dass man mit dem Auto in den Park hineinfahren kann. Die Anlage ist großzügig und mit Parkplätzen ausgestattet, so dass es der Bevölkerung möglich ist, sich direkt ins Grüne zu begeben, ohne einen langen Fußmarsch in Angriff nehmen zu müssen. Ich finde, besser als gar nicht in die Natur zu gehen.
Leider zieht sich der Himmel zu und schließlich fängt es an, sehr stark zu Regnen. Wir sind jetzt im Stadtteil Bondi Junction und essen noch etwas im dortigen Einkaufszentrum. Da sich das Wetter nicht bessert, beschließen wir, den Bus zurück in die Innenstadt zu nehmen. Leichter gesagt als getan! Die Pläne sind nicht zu deuten und auch die Aufschrift auf den Bussen hilft uns nicht wirklich. Schließlich frage ich einfach einen Busfahrer, wo wir einsteigen müssen und versichere mich vor Abfahrt nochmals. Wir erreichen binnen weniger Minuten schließlich den Hyde Park unweit unserer Unterkunft. So kommen wir günstig und vor allem noch einigermaßen trocken zu unserer Unterkunft zurück. Abends hat sich das Wetter beruhigt und wir laufen gen Süden. Dabei entdecken wir den Victoria Park und die Quadrangle, ein schickes Gebäude auf dem Campus der Universität von Sydney. Hier müssen wir bei Tag nochmal hin!

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