PEKing – FRAnkfurt

 
Unser zweiter Stopover in Peking erfordert viel Geduld und ermöglicht uns den Besuch des Lama Tempels. Ein letzter Flug mit Air China bringt uns zurück nach Deutschland.
 

Peking Lama-Tempel

Unser Flug CA 174 landet mit knapp viertelstündiger Verspätung auf dem Beijing Capital International Airport, Terminal 3. Wie schon auf der Hinreise sind die Platzverhältnisse nicht üppig, aber durch eine bessere Position im Flugzeug immerhin annehmbar gewesen. Essen, Service und Entertainment waren super und abschließend gab’s eine butterweiche Landung.
Im Vorfeld haben wir mit unserem China-Beauftragten Falco gesprochen und ein paar Insider-Tipps erfragt, was wir wohl am besten während der knapp acht Stunden Aufenthalt anstellen könnten. Im Rahmen der Zeitvorgabe wären Lama-Tempel, Konfuzius-Tempel (gegenüber) und das Vergnügungsviertel Sanlitun möglich. Also los!
Doch jetzt kommt das große ‚Aber‘: wir haben unsere Rechnung ohne die Zollbeamten gemacht. Ging es auf dem Hinflug mit knapp einer halben Stunde Wartezeit zügig durch, so stehen wir dieses Mal gut drei Stunden an. Eine Reisegruppe aus der Schweiz hat irgendwelche Formalitäten nicht beachtet (wie wir es am Rande mitbekommen, gibt es wohl EU/Nicht-EU Regelungen). Und so hält der ganze Tross die Abfertigung auf. So schnell geht’s und wir haben nur noch fünf Stunden Zeit.

Die Zugfahrt mit dem Airport Express bringt uns vom Hauptterminal zur „Dongzhimen Station“, wo wir in die unter der 2nd Ring Road verlaufende U-Bahn umsteigen und nur eine Station Richtung Nordwesten fahren. Die eher historisch anmutenden Distrikte Andingmen und Beixin empfangen uns mit geschäftigem Treiben, strahlendem Sonnenschein und blauen Himmel. Von der U-Bahn-Station sind es nur 200m bis zum „Lama Tempel“, schnell Eintrittskarten kaufen und Entdeckungstour beginnen. Baubeginn des Tempels war 1694 als Yonghe-Tempel (Palast des Friedens und der Harmonie), Mitte des 18. Jahrhunderts wurde er umgebaut zum größten lamaistischen Tempel außerhalb Tibets. Heute ist es eine der am besten restaurierten Tempelanlagen in Peking. Nach einem kleinen Park am Anfang geht es durch verschiedene Gebäude und Innenhöfe hindurch kaskadengleich immer weiter hinein in diese geheimnisvolle und faszinierende Welt. Viele Chinesen sind hier, Räucherstäbchen werden angezündet, es wird hier und da gebetet.
Prächtige Holzschnitzereien, farbenfroh verzierte Fassaden, Giebel und Räumlichkeiten. Immer wieder goldene Statuen, Krüge und mehr. Am bemerkenswertesten ist eine 18m hohe Buddha-Figur, die aus einem einzigen großen Baum geschnitzt wurde. Teilweise ist es schwer einzuschätzen, was man nun fotografieren sollte und was nicht. Andererseits findet sich eingestreut neben dem großen Laden am Anfang auch ein Souvenirshop. Also vielleicht auch alles halb so wild, mit den Fotos.
Nach rund zwei Stunden im Tempel treten wir die Rückfahrt zum Flughafen an. Im Bereich der Umsteigestation Dongzhimen zum Airport Express gehen wir nochmal an die Oberfläche und erkunden da eher begrenzt touristische Umfeld: Verwaltungsgebäude, Wohnblocks, Schnellstraßen. Ein Teil des modernen Chinas eben.

Flug nach Frankfurt

Am Flughafen angekommen holen wir unsere abgegebenen Handgepäckstücke wieder ab und suchen noch nach etwas Brauchbarem zu essen. In Anbetracht der nunmehr fortgeschrittenen Zeit eilen wir zügig zum Wartebereich und finden schließlich noch einen Bäckerstand. Die Abflugzeit rückt näher, aber ein Gate wurde noch nicht zugewiesen. Als eine gute Stunde später zumindest das klar ist, setzt sich ein ganzes Teil Mitwartender in Bewegung. Die Lauf-Strecken am BCIA sind nicht zu unterschätzen, aber der Flug ist eh aus allen Planungen raus, so what. Die Australier haben uns in Sachen Pünktlichkeit abgehärtet, da kommt es wirklich nicht mehr drauf an.
Schließlich startet Flug CA 931 nach Frankfurt am Main mit gut zweistündiger Verspätung. So gesehen, hätten wir uns in der Stadt auch nicht beeilen brauchen, aber das weiß halt keiner vorher. Die 747-400 offeriert wieder mehr Beinfreiheit und anders als beim Hinflug auch einen Bildschirm im Vordersitz. Trotzdem dauert dieser Flug irgendwie gefühlt länger.

In diese Richtung Verspätungen aufzuholen ist aufgrund des Jetstreams meistens nicht drin und so bleibt es bis Frankfurt bei der Verzögerung. Beim Gepäck müssen wir keine fünf Minuten auf den ersten Rucksack warten, dafür eine knappe halbe Stunde auf den zweiten. Zollkontrolle gibt es keine, die Einreise läuft automatisch mit Reisepass- und Gesichtsscan. Deutschland hat uns nach ziemlich genau sieben Monaten wieder.
Meine Mutter hat es sich nicht nehmen lassen uns persönlich am Flughafen abzuholen. Groß ist ihre Freude, uns wohlbehalten wiederzusehen. Durch die Nacht hindurch fahren wir mit atemberaubender Geschwindigkeit Richtung Nord-Osten. Ehrlich: wenn man über ein halbes Jahr nicht schneller als 100km/h gefahren ist, fühlen sich 160km/h schon verdammt zügig an. Gegen halb elf abends haben wir wieder Thüringer Boden unter den Füßen. Unsere Familien freuen sich, dass wir wieder da sind. Dieses Abenteuer endet hier.

Was bleibt

In den darauffolgenden Wochen geht es an die Nachbereitung des Aufenthaltes. Durch Post, Rechnungen und alles, was eben so war. Meine Wohnung richte ich zügig wieder her, leider hat mein zwischenzeitlicher Untermieter vorsichtig ausgedrückt weniger Umsicht walten lassen, als ich erwartet habe. Aber auch das ist etwas, was in Anbetracht der erlebnisreichen Zeit zu verdauen ist. Formalitäten betreffend kümmern wir uns noch um unsere australische Steuererklärung, die Rentenversicherung und Kontoauflösung. Alles Dinge, die vielleicht zu einem späteren Zeitpunkt nochmal auf der Website detailliert aufgegriffen werden.
Ansonsten bleiben nach nunmehr über einem Jahr der Rückkehr enorm viele positive Erinnerungen und Eindrücke, vor allem das Wetter und den Lifestyle in Australien betreffend. Wir hatten echt eine coole gemeinsame Zeit dort unten, haben viel gesehen und erlebt und sind insgesamt richtig gut durchgekommen. Sollte sich für den geneigten Leser unseres Blogs die Möglichkeit ergeben, ein vergleichbares Erlebnis wahrzunehmen, können wir von unserer Seite keine uneingeschränkte, aber dennoch deutliche Empfehlung aussprechen: es lohnt sich und bleibt unvergessen.

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