Melbourne Highlights

 
In Melbourne, der Hauptstadt von Victoria im Südosten des australischen Kontinents, verbringen wir bei wechselhaftem Wetter eine knappe Woche mit Sighseeing, Shopping und Museumsbesuchen. Federation Square, Victoria Street und Melbourne Museum sind unsere Ziele. Zum Ausklang lädt der Strand von St. Kilda ein.
 

Melbourne City

Bevor wir unsere Erkundungen durch Melbourne starten, erstmal ein paar Infos zum Ort des Geschehens: das Gebiet um Melbourne an der geschützt liegenden Port-Phillip-Bucht und der Mündung des Yarra River wurde ab etwa 1835 intensiv besiedelt, ohne dass es hier vorher nennenswerte Aktivitäten gegeben hätte (vgl. Adelaide). Bereits fünf Jahre später lebten hier um die 10.000 Menschen und als ab ca. 1850 im nahen Binnenland reiche Goldvorkommen entdeckt und erschlossen wurden, beschleunigte sich die wirtschaftliche und politische Entwicklung der Stadt massiv. Sie wurde Hauptstadt der neu gegründeten Kolonie Victoria und war zwischen 1901 und 1927 de facto Sitz der australischen Regierung. Ab Ende des 19. Jahrhunderts setzte sich der starke Anstieg der Bevölkerung weiter fort (1900: ca. 500.000 Einwohner), getrieben durch eine ausgeprägte Industrialisierung der Region und damit verbundenem Wohlstand. Auch heute noch ist dieser Wirtschaftszweig bedeutend, wenngleich der Wandel hin zum Dienstleistungs- und Finanzsektor unübersehbar ist. Die Firma BHP, einer der größten Minengesellschaften der Welt und größtes Industrieunternehmen Australiens, hat ihren Sitz in Melbourne. Außerdem hatten und haben zahlreiche Automobilhersteller ihre Dependancen hier. Die Bevölkerungsanzahl beträgt rund 4,7 Mio. im zu Melbourne zählenden Ballungsgebiet. Damit ist Melbourne die zweitgrößte Stadt in Australien.

Klimatisch ist die Region um Melbourne äußerst wechselhaft und ausgeprägt gemäßigt bis kühl, gerade im Vergleich zu den anderen großen Städten. Die sehr südliche Lage an der Küste mit einem fast unablässig blasenden, kalten Südwind kontrastiert mit dem sehr heißen Landesinneren, nur wenige Kilometer entfernt. Daher kommt es oft zu relativ starken Temperaturschwankungen im Verlauf weniger Stunden bzw. zu Niederschlägen aufgrund der intensiven Wolkenbildung.
Man spricht von den ‚4 seasons in a day‘. Mit einer Jahresdurchschnittstemperatur von rund 15°C (durchschnittlich min. 10°C, max. 20°C) ist es gar nicht so warm, wie man vielleicht vermuten würde. Andererseits kommt dieses Klima den europäischen Verhältnissen recht nah, was auch die Verteilung der multinationalen Einwanderer bestätigt. Melbourne gilt als die europäischste aller australischen Städte.

Urlaub in Melbourne

Als wir unsere Reiseplanung machten und eben auch Melbourne einschlossen, haben wir die sportlichen Großereignisse in der Stadt nicht berücksichtigt. Der „Melbourne Cup Day“ (Pferderennen) im November, das Grand-Slam-Turnier „Australian Open“ (Tennis) im Januar und das Formel 1 Opening im März lassen Melbourne neben anderen kulturellen Veranstaltungen gefühlt aus allen Nähten platzen. Vor allem in der Innenstadt ist der Trubel groß, die Hotels sind ausgebucht und eben auch die Caravan Parks in Stadtnähe. Die Preisbildung erfolgt entsprechend nach Lehrbuch. Daher bleibt uns nichts anderes übrig, als zwischen Geelong und Melbourne einen Campingplatz zu nehmen, praktisch im Nichts. Jeden Tag, den wir in der Stadt verbringen, ist also mit einer mehr oder weniger langen An- und Abreise verbunden. Wenn es gut läuft, schaffen wir die Stecke in gut 20min, aber auch eine Stunde Fahrzeit zur Rushhour sind drin. Wie in allen Ballungsgebieten herrscht auch in Melbourne Parkplatznot bzw. muss man bezahlen und die Zeiten sind begrenzt. Kontrolliert und abgeschleppt wird auch. Wir haben daher einen etwas außerhalb gelegenen, relativ gut erreichbaren Straßenzug auserkoren, von dem es nochmal ca. 25min Fußmarsch bis in die City sind. Quasi als Insider-Tipp: Munster Terrace und Stawell Street. Von da aus führt die Victoria Street direkt in pulsierende Herz der Millionenmetropole.
In der Innenstadt von Melbourne ist die Orientierung vergleichsweise einfach, alle Sehenswürdigkeiten liegen ziemlich dicht beisammen. Richtig lebendig ist es zwischen der „Flinders Street Station“ bzw. dem „Federation Square“ am Nordufer des Yarra River und dem „Queen Victoria Market“. In diesem Gebiet findet man neben unzähligen Einkaufsmöglichkeiten auch kulinarisch alles was der Gaumen begehrt, zu insgesamt normalen Preisen. Wie in Australien üblich ist ein Park mit ein bisschen Grün zur Erholung nicht weit, oder man fährt in den südlich gelegenen Stadtteil St. Kilda, wo man den Tag entspannt am Strand ausklingen lassen kann. Neben dem eigenen Auto kann man in Melbourne auf ein dichtes Netz des öffentlichen Personennahverkehrs zugreifen. Besonders interessant: mit rund 240km Länge verfügt die Hauptstadt Victorias über das größte Straßenbahnnetz der Südhalbkugel. Rustikal gelöst ist an manchen Stellen die Umstellung der Weichen: der Triebwagenführer steigt aus und drück mit einem etwa 1m langen Metallstab die Weiche in die gewünschte Fahrtrichtung. Das klappt wahrscheinlich schon seit hundert Jahren und wird es vermutlich auch nochmal so lange.

Melbourne CBD Sehenswürdigkeiten

Die hohe Dichte an Touristen im Innenstadtbereich ist typisch für Melbourne. Mehr als in den anderen Hauptstädten konzentriert sich das Treiben auf ein eher kleines Gebiet von vielleicht 700x700m. Von unserem Parkplatz im Westen der Stadt kommend führt unser erster Weg zum berühmten „Queen Victoria Market“. Hier kann man täglich Frisches erwerben oder sich vom bunten Markt inspirieren lassen. Außerdem hat man aus dieser Richtung den spektakulärsten Blick auf die Wolkenkratzer der Skyline von Melbourne. Ein paar Schritte weiter steht man schon mittendrin. Kleine Geschäfte, große Marken, Shopping Malls. Es gibt nichts, was es nicht gibt. Und im angrenzenden China Town geht es munter weiter. Was die reinen Einkaufsmöglichkeiten betrifft liegt Melbourne unserer Meinung nach sogar noch vor Sydney.

Am Yarra River finden wir schließlich die geballte Ladung an Sights: der Bahnhof „Flinders Street Station“ mit seinem pittoresken Äußeren. Gleich gegenüber der „Federation Square“, kulturelles Zentrum der Stadt und Heimat des „ACMI“, einem modernen, kostenlosen, interaktiven Museum über die Geschichte des Fernsehens in Australien – sehr unterhaltsam aufbereitet. Dahinter liegt gleich die „St. Paul‘s Cathedral“, deren Korpus bereits 1891 fertiggestellt wurde, die beiden Türme jedoch erst 1932 folgten. Und wäre als wäre das nicht genug an Sehenswürdigkeiten, liegt nur einen Steinwurf weiter über die „Princes Bridge“ die „National Gallery of Victoria“. Hier werden vorwiegend Gemälde ausgestellt und auch hier kostet der Eintritt nichts. Jedoch fanden wir das Gebäude fast interessanter als die Kunstsammlung, die gewiss nicht schlecht ist, uns aber auch nicht vom Hocker gehauen hat.

Nach so vielen Eindrücken ist es gut, dass der obligatorische Botanische Garten („Royal Botanic Gardens Melbourne“) gleich auf der anderen Straßenseite ist und mit schönen Grünflächen, Skulpturen und kleinen Bauten zum Entspannen einlädt. Der ebenso obligatorische Kaffee belebt und lässt die neuen Eindrücke vor dem inneren Auge Revue passieren.

Melbourne Museum & St Kilda

Einen Besuch lohnt ebenfalls das fußläufig von der Innenstadt in nördlicher Richtung gelegene „Melbourne Museum“. Ein super-moderner Bau, in dessen Innerem sich mehrere beeindruckende Themenwelten mit entsprechenden Exponaten befinden. Es wurde zum Millennium fertiggestellt und ist mit 80.000m² Ausstellungsfläche und rund 16 Mio. Exponaten das größte Museum der südlichen Hemisphäre. Pflanzen, Tiere, Dinosaurier und natürlich Menschen (Aborigines) werden präsentiert. Das Ganze ist nicht umsonst, aber 15.- AUD sind mehr als okay. Wir halten uns mehrere Stunden im Objekt auf und sind echt begeistert.
Für größere Veranstaltungen ist das gegenüberliegende „Royal Exhibition Building“ nutzbar, das nur bedarfsweise geöffnet hat. Auf einem Schlenker durch die weniger belebten Viertel im Norden von Melbourne fällt auf, dass auch hier traditioneller Baustil und dazugehörende Wohnformen mit der Moderne in starkem Gegensatz stehen. Ein Blick über den engen Kreis von Melbourne CBD hinaus lohnt aber, um sich nochmal einen anderen Eindruck zu verschaffen.

 
 

 
Den späten Nachmittag verbringen wir gerne im südlichen Stadtteil St. Kilda. Neben dem Formel 1 Rennen im „Albert Park“ ist vor allem der Strand und die Promenade entlang der großen Bucht toll. Wieder ein Kontrast und damit das, was Australien generell so besonders macht. Legerer Lifestyle, Sport und kulinarischer Genuss sorgen für Wohlfühlatmosphäre und lassen die Hektik der City weit entfernt erscheinen. Von der Mole und den Piers aus hat man hier einen guten Blick auf den Hafen „Port Melbourne“ mit all der dort ansässigen Industrie.
 

Zurück geht es wie jeden Tag über die riesige „Westgate Bridge“. Sie wurde nach zehnjähriger Bauzeit 1978 fertiggestellt und ist mit knapp 2.600m Länge die drittlängste Brücke von Australien. Die maximale Höhe beträgt 58m über dem Fluss. Sie ist zehnspurig (!) befahrbar und wird im Schnitt von rund 165.000 Fahrzeugen täglich benutzt. Fahrradfahren und Fußgänger sind nicht gestattet. In beide Richtungen, mehr aber noch zur Stadt hin, bietet sich vom höchsten Punkt aus ein fantastisches Panorama auf die Skyline von Melbourne und die Hafenanlagen.
Auf dem Campingplatz in Werribee ist nie viel los und so fällt uns der Abschied nicht wirklich schwer. Der Wind der Veränderung weht als wolle er uns sagen, unsere Backpacking-Reise fortzusetzen. Am Montag den 27.03.2017 setzen wir wieder unsere fiktiven Segel und lassen uns gen Norden ins Landesinnere treiben, wo wir alpines Terrain erkunden wollen. See ya!

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