Brisbane Sehenswürdigkeiten

 
In der Hauptstadt von Queensland laufen wir über die beeindruckende Story Bridge – besuchen das „Museum of Brisbane“ in der City Hall und bewundern die Aussicht von dessen Glockenturm – und schlendern durch das Erholungsgebiet Southbanks und die beiden botanischen Gärten der Stadt.
 

Brisbane CBD – die Innenstadt

 
 

Die betriebsbedingte Unterbrechung von avisierten 10 Tagen aufgrund der noch nicht reifen Pflaumen wollen wir nutzen und die Sehenswürdigkeiten von Brisbane und die noch ein kleines Stückchen weiter nördlicher gelegenen Landesteile Queenslands erkunden. Wir haben vorab im „Aussiway Backpackers“ ein Zweibettzimmer für drei Nächte gebucht, reisen am Dienstag, den 15.11. an und am Freitag, den 18.11. dementsprechend wieder ab. Unsere französischen Mitbewohner hatten uns im Vorhinein schon gesagt, dass Brisbane „boring“ (also langweilig) sei und ein Tag dort völlig ausreichend wäre. Wir freuen uns aber auf ein bisschen städtisches Feeling nach der Dorfidylle hier und zumindest waren die ersten Wochen in Sydney ja auch ganz schön. Früh am Morgen geht es los und wir fahren ein gutes Stück wieder zurück, was wir vierzehn Tage früher schon hinter uns gebracht hatten. Über den Highway 15 und schließlich die verschiedenen Motorways um Brisbane (unbedingt die Mautstraßen beachten, sonst wird’s teuer!) erreichen wir nach gut drei Stunden und etwas mehr als 200km unsere Unterkunft für die nächsten Tage, unmittelbar in der Innenstadt von Brisbane gelegen.
Das Objekt ist in einem alten, für die Region typischen Stil errichtet und kostet nur etwa 30,- Dollar pro Person und Nacht. Ein bisschen seltsam ist der Preis schon, vergleicht man ihn mit den Preisen, die bei uns daheim für eine Unterkunft fällig sind. Indes, der gebotene Standard kann da sicherlich nicht mithalten, aber es ist absolut okay. Was gleich auffällt ist ein Schild, das wir noch an vielen Häusern sehen werden: „Tankwater in use“, steht darauf geschrieben. Die extrem trockenen Perioden der letzten Jahre haben viele Bewohner dazu veranlasst, eine eigene Wasserversorgung (meist Regenwasser) zu installieren.
Womit wir auch schon bei ein paar Zahlen, Daten und Fakten rund um die etwa 2 Millionen Einwohner zählende Metropole sind. Der Großraum Brisbane besteht überwiegend aus Einfamilienhäusern, wenngleich in Brisbane CBD (Central Business District) doch einige Hochhäuser stehen bzw. im Bau sind, das höchste ist der „Infinity Tower“ mit einer Höhe von 249m. Damit ergibt sich ein für eine Großstadt eher untypisches Stadtbild mit einer dichten, flachen Bebauung, meist Holzhäuser. Interessant: die Straßen und Plätze in der Innenstadt tragen allesamt Namen der königlichen Familie, wie Albert, Elisabeth, George und Margaret. Das Commonwealth ist also präsent, auch wenn die wenigstens Australier darauf auch nur ansatzweise Wert legen. Die am Brisbane River gelegene Stadt wurde 1842 als Strafkolonie Moreton Bay gegründet und entwickelte sich zum wirtschaftlichen Zentrum von Queensland. Vor allem als Finanz-, Dienstleistungs-, und Handelszentrum ist „Brissie“ bekannt, aber auch als wichtiger Standort der australischen Ölindustrie. Die Weltausstellung 1988 fand hier statt. Der Tourismus ist ebenfalls eine wichtige Einnahmequelle, da Brisbane beliebter Ausgangspunkt für Reisen ins spärlich besiedelte Umland ist. Der internationale Flughafen, der von Fluggesellschaften aller Kontinente angeflogen wird, macht Brisbane auch zum Startpunkt vieler Backpacker in Australien. Das jugendliche, aber ruhige Flair der Stadt wird abgerundet durch eine Vielzahl renommierter Universitäten. Hinzu kommt, dass insgesamt das ganze Jahr hindurch ein mildes und überwiegend trockenes Wetter herrscht, das nur im Sommer aufgrund des Regens zu schwül tendiert. Mitunter regnet es so stark, dass es zu Überflutungen kommt, die 1893, 1974 und 2011 massiv ausfielen. Unter der Suche ‘Floods Brisbane‘ liefert Google ganz schön heftige Bilder zur Situation damals.


 
Am Nachmittag unseres ersten Tages hier verschaffen wir uns erstmal einen groben Überblick und orientieren uns. Dazu folgen wir der Roma Street mit dem „Brisbane Transit Centre“ (einem modernen Gebäude, das Eisenbahnstation, Stadtbuslinien, Greyhound Bus und Taxistände vereint) ins Herz der Stadt mit dem King George Square. Hier stehen die pittoreske, im gotischen Stil gebaute „Albert Street Uniting Church“ und die „Brisbane City Hall“, die Rathaus und Museum beinhaltet. Weiter führt uns unser Weg durch die Shopping Mall „The Myer Centre Brisbane“ zu den „City Botanic Gardens“, einer alten, liebevoll angelegten Parkanlage. Wir lassen den Tag anschließend im Hotel ausklingen und freuen uns auf morgen.


Top 3 Sehenswürdigkeiten Brisbane: Story Bridge, Southbanks & Museum of Brisbane

Entlang der Nordseite des Brisbane River laufen wir eine knappe Stunde, ehe wir eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten in Brisbane erreichen. Die gut einen Kilometer lange und 74m hohe „Story Bridge“ wurde 1940 eröffnet und vergleicht man die Konstruktion mit der Harbour Bridge Sydney, so fällt eine gewisse Ähnlichkeit auf. Tatsächlich war derselbe Ingenieur am Werk, John Bradfield. Im Gegensatz zur Hafenbrücke in Sydney (die 8 Jahre zuvor eröffnete) wurde in Brisbane jedoch vorwiegend australischer und kein englischer Stahl eingesetzt – ein Grund mehr, weshalb man auf die Leistung damals wirklich stolz war. Heute fahren im Schnitt 97.000 Fahrzeuge pro Tag mautfrei über die insgesamt sechs Fahrspuren. Wir bleiben auf dem Fußweg und biegen am Ende rechts ab, um den Anleger „Thornton Street“ am südlichen Flussufer am Kangaroo Point zu erreichen. Von hier aus verkehrt neben den regulären Schiffchen zur Personenbeförderung auch der „Red City Hopper“, der flussaufwärts bis zum „North Quay“ kostenlos genutzt werden kann. Entlang der Kulisse der Innenstadt schippern wir zu den „South Bank Parklands“ (kurz: Southbanks), einer ehemaligen Industriebrache, die erfolgreich renaturiert und für Erholungssuchende nutzbar gemacht wurde. Neben mehreren Restaurants und Cafés gibt es einen kleinen Regenwald und ein nettes Freibad mit künstlichem Strand.
Auf dem Rückweg statten wir dem in 2003 eröffneten „Museum of Brisbane“ noch einen ebenfalls kostenlosen Besuch ab. Die Geschichte der Stadt ist hier lebendig aufgearbeitet und eine Galerie mit Impressionen aus der Region rundet das stimmige Bild ab. Auch „for free“ bringt uns der originale Fahrstuhl aus dem Jahr 1930 auf den 87m (!) hohen Glockenturm der City Hall. Offiziell ist er 91m hoch, aber eine erst kürzlich durchgeführte Messung ergab, dass all die Jahre ein falscher Wert im Raum stand. Die Führungen finden viertelstündlich in kleinen Gruppen statt, wir waren nur zu viert. Der Glockenturm bzw. die Uhr sind insofern bemerkenswert, als dass hier die erste öffentliche elektrische Uhr in ganz Australien installiert wurde. Nur ein Zählwerk treibt über Wellen die Zeiger der vier Zifferblätter an. Jede volle Stunde ertönt der „Westminsterschlag“ des Big Ben. Der Blick von hier oben ist ganz wunderbar und die Innenstadt von Brisbane mit dem King George Square, der Uniting Church und all den Hotels und Hochhäusern liegt uns zu Füßen. Eine wirkliche Empfehlung für Besucher also. Mit einem leckeren Burger und Pommes beschließen wir den erlebnisreichen Tag.


Brisbane Botanic Gardens und Suncorp Stadium

Den letzten vollen Tag in Brissie wollen wir nutzen und unsere Kenntnisse über die Flora erweitern. Ein bisschen auch in Ermangelung weiterer Attraktionen nehmen wir den Fußmarsch von knapp anderthalb Stunden in Angriff und laufen durch die von besagten Einfamilienhäusern gesäumten Straßen. Die eigentlich nur etwa 6,5km stellen sich ausgesprochen profiliert dar und so richtig aufs Laufen ist hier eben niemand aus, weshalb wir auch auf der Straße und schließlich über den Friedhof spazieren. Der „Toowong Cementary“ ist wirklich riesig und beeindruckend an einem Hang angelegt. Natürlich sind auch hier Straßen, ähnlich wie in Amerika. Vom oberen Ende des Friedhofs bietet sich ein fantastischer Ausblick auf die Skyline von Brisbane und wir verweilen einen Moment. Angekommen im botanischen Garten haben wir Glück, dass in zehn Minuten die einzige Führung des Tages beginnt.
Ein bisschen verwundert über unsere diesbezügliche Nachfrage erscheint das anwesende Personal zwar, aber es findet sich ein älterer Herr, der sich zunächst nur mit uns beiden auf den Weg macht. Nach nur fünf Minuten stößt noch ein deutsches Pärchen hinzu, das gerade einen vierwöchigen Australienurlaub macht. Der erst in den 1970er Jahren angelegte Park verfügt über verschiedene Bereiche. Über Afrika und dort beheimatete tropische Gewächse wie die Bismarckpalme führt unser Weg zu einem sehr schönen japanischen Garten. Dieser wurde anlässlich der Weltausstellung von einem renommierten japanischen Landschaftsgestalter projektiert und angelegt. Eine Sammlung von Bonsaibäumen, ein Haus mit Farnen und ein arider Bereich mit riesigen Kakteen rundet das stimmige Bild ab. Ein Kaffee im Restaurant des Parks beschließt unseren Ausflug hierher.

Zurück geht es entlang an einer der Hauptstraßen Richtung Innenstadt. Fast am Ende umlaufen wir noch das „Suncorp Stadium“, das 2001 fertiggestellt wurde und mit 52.500 Plätzen in etwa die Größe des Volksparkstadions in Hamburg hat – zum Vergleich: die Allianz-Arena hat ungefähr 75.000 Plätze. Genutzt wird es für Rugby- und Fußballspiele. Zurück im Hotel lernen wir eine gerade einmal 18jährige Deutsche aus Moers kennen, mit der wir einen unterhaltsamen Abend verbringen und die uns von ihren bisher eher durchwachsenen Joberfahrungen berichtet. Gemeinsam unternehmen wir nach dem Abendessen noch einen Spaziergang durch die „Roma Street Parklands“, die am 6. April 2001 eröffnet wurden und nahe der Innenstadt von Brisbane und vis-a-vis zum Transit Centre einen Hort der Erholung bieten. Die aufwendigen Wasserspiele mit passender Illumination sind besonders in der Dämmerung einen Besuch wert.

Am nächsten Morgen checken wir gegen um zehn aus und starten gen Sunshine Coast bzw. Fraser Island. Unser Fazit lautet, dass Brisbane auf jeden Fall mal einen Kurztrip wert ist, aber an richtigen Highlights nicht allzu viel zu bieten hat. Gerade zum Wohnen und Arbeiten ist es aber bestimmt ganz gut hier, vor allem im Vergleich zu dem, was sonst rundherum so geboten wird – das ist nämlich echt wenig. Dennoch haben wir den Ausflug nicht bereut und sind wieder um einige Eindrücke reicher.

2 Comments

  1. Shi sagt:

    Der Artikel ruft schöne Erinnerung von meiner Zeit in Brisbane wach. Bei meinem 1-jährigen Australienaufenthalt war ich insgesamt 3 mal in Brisbane, einfach weil es mich immer wieder dort hin gezogen hat. Das Klima dort ist sehr angenehm, die vielen großen Parks in der Stadt sind sehr schön.
    In der näheren Umgebung war ich für ca. 3 Monate geblieben, auch arbeiten auf Farmen, Wwoofen oder in Hostels. War wirklich eine schöne Zeit und irgendwann möchte ich wieder dort hin!

    Schöne Grüße aus Chiang Mai, Thailand, wo es auch angenehm warm ist.

    • Thomas sagt:

      Es freut uns, wenn Sie den Blog verfolgen und wir Sie an eine schöne Zeit in Ihrem Leben erinnern konnten. Thailand ist mit Sicherheit auch eine Reise wert und vielleicht haben wir irgendwann dazu die Möglichkeit. Alles Gute für Sie!

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