Backpacking Bondi Beach

 
Wir widmen uns der Aufarbeitung unserer bisherigen Erlebnisse – machen einen Spaziergang zu Mrs. Macquarie’s Chair im botanischen Garten – und lassen das Surfer-Feeling am Bondi Beach auf uns wirken.
 

Unterwegs in Sydney

Auch am heutigen Dienstag ist nicht mit Regen zu rechnen, jedoch ist es frühs empfindlich kühl. Da irgendwann mal die Backpacking-Texte geschrieben und Fotos ausgewählt und bearbeitet werden wollen und wir gestern viel gelaufen sind, machen wir uns erst gegen Mittag auf. Wer weiß, wie oft wir dann im Outback noch Gelegenheit haben werden, online zu arbeiten. Ausstehend ist noch ein Besuch von Mrs. Macquarie’s Chair, einer in Stein gehauenen Felsbank. Der „Stuhl“ wurde auf einer unweit des botanischen Gartens gelegenen Halbinsel für die Frau eines Gouverneurs der Region Anfang des 19. Jahrhunderts angelegt, die hier gerne die Schiffe bei der Einfahrt in den Hafen beobachtete. Heute ist dieser Teil der Stadt ein von Joggern bzw. Läufern ausgiebig genutztes Gebiet, da sich hier gut profilierte Strecken kombinieren lassen.
Was auffällt: es laufen mittags so viele Sportler herum, dass wir uns fragen, warum die Leute nicht auf Arbeit sind. Zumal auch viele junge Menschen darunter sind und sich große Laufgruppen zusammenzufinden scheinen. Wir betrachten einen im militärischen Teil des Hafens liegenden großen Frachter, sonnen uns auf einem Felsen, um der Haut ein wenig Bräune zu verleihen und essen noch eine Kleinigkeit. Den restlichen Tag wird geruht, geschrieben und die alltägliche Abendrunde gegangen. Also alles noch Backpacking light, sozusagen.


Backpacking in Bondi

Bereits am Sonntag hatten wir uns schon einmal auf gemacht in Richtung des berühmten Surfer-Strandes Bondi Beach und waren dann vom Regen zurück ins Maze Backpackers getrieben worden. Heute am Mittwoch nun wollen wir einen weiteren „Angriff“ wagen. Das Wetter verspricht wunderschön schön zu werden, zumindest ist das Stückchen Himmel tiefblau, was wir durch das Innenhoffenster unseres Zimmers sehen. Gewarnt von den letzten Tagen, ziehen wir beide zwar kurze Hosen, aber auch Jacken an. Unser Weg führt uns wieder vorbei an dem kleinen Sportgerätepark im Moore Park und so ertüchtigen wir uns erstmal eine halbe Stunde. Dabei wird uns schon etwas wärmer und wir gehen anschließend weiter durch den Centennial Park, der einmal mehr mit seiner farbigen Vielfalt an Blumen begeistert. Heute ist allerdings deutlich weniger los als noch am Sonntag.
Ehe wir ans Wasser gelangen, müssen wir noch den Stadtteil Bronte durchqueren. Sehr beschaulich und eher im maritimen Stil präsentieren sich die Bauten.



Zur relativ steilen Küste hin wird die Architektur ausladender und neuer. Eindeutig also, wo hier die Reichen und Schönen wohnen. Wir erreichen oberhalb des Bronte Beach an dessen südlichem Ende die Steilküste und sind von der Szenerie sehr begeistert! Das superblaue Wasser drückt große Wellen vom offenen Meer heran und brandet mit viel weißer Gischt über die Felsen an den feinen Sandstrand. Am Strand aalen sich die spärlich bekleideten Körper vor allem Junger und jung Gebliebener. Die Klientel wird am Bondi Beach dieselbe sein. Wir steigen den Stufen hinab zum Strand und umlaufen das etwa 250 Meter messende Halbrund. Jetzt führt der Weg gen Norden, zunächst über den Bronte bzw. Tamarama Marine Drive zum kleineren Tamarama Beach. Von der Straße zweigt dann ein Fußweg ab, der direkt über die Klippen zu Mackenzies Point führt. Von diesem Klippenvorsprung aus hat man einen fantastischen Blick auf Bondi und die sich nördlich anschließende Halbinsel Ben Buckler.


Von hier aus ist es noch etwa eine viertel Stunde an der Küste entlang und wir erreichen gegen 14:00 Uhr Bondi Beach. Der Name entstammt der Sprache der Aboriginies und bedeutet in etwa: Geräusch von Wasser, das über Felsen bricht. Ab Mitte des 19. Jahrhunderts wurde der Strand in der Öffentlichkeit als Naherholungsgebiet populär. Später, besonders nach dem 2. Weltkrieg, siedelten sich vor allem Einwanderer aus den verschiedensten Teilen der Welt im wachsenden Stadtteil Bondi Beach an. Während bis zur Jahrtausendwende eindeutig die Arbeiterklasse die Mehrheit der hier lebenden Bevölkerung ausmachte, verzeichnet die Statistik ab dem Jahr 2003 Bondi als einen der teuersten Postleitzahlbereiche. Damit gehen auch bauliche Aktivitäten einher, die ein großflächiges Upgrade der Wohnsituation mit sich bringen. Die verschiedenen, vor allem aus Mitteleuropa, Neuseeland und Asien stammenden Einwanderer schaffen ein im positiven Sinne multikulturelles Flair. Außerdem leben hier überdurchschnittlich viele Menschen jüdischen Glaubens.
Der Strand selbst ist in etwa einen Kilometer lang und wird von verschiedenen Geschäften und Restaurants flankiert, die sich nach einer etwa 100 Meter breiten nachgelagerten Grünfläche bis in die Wohngebiete hinein erstrecken. Uns fallen hier einerseits die wirklich vielen verschiedenen Nationalitäten – ob Touristen, Backpacker oder Studenten lässt sich nicht einwandfrei sagen – auf, andererseits auch die sehr hohe Dichte gut gebauter, trainierter Menschen, männlich wie weiblich.
Es wird sich gezeigt und wir sind einmal mehr beeindruckt, wie viele wirklich existierende Schönheiten die Welt so zu bieten hat. Zudem herrscht eine sehr lockere und entspannte Atmosphäre und Christian konstatiert wohlwollend, dass sogar die Hunde hier viel ruhiger seien.

Die Sonne hat den ganzen Tag über ordentlich geschienen und so treten wir nach einem nur kurzen Aufenthalt am Strand den Rückweg via Bondi Junction (hier essen wir eine Kleinigkeit) und Sydney Darlinghurst an. Dabei folgen wir der viel befahrenen Oxford Street. In dieser Straße bemerken wir wieder etwas, was es zuhause gar nicht mehr in diesem Sinne gibt: unzählige kleine Geschäfte mit Klamotten, Backwaren, Fleisch und anderen Services säumen die Straße, an der bei uns in Deutschland wahrscheinlich bestenfalls ein Döner-Imbiss zu finden wäre. Trotz der großen Shoppingcenter mit ihrer auf engstem Raum zusammengefassten Vielfalt an Geschäften, hat eine Marktbereinigung, wie sie zu erwarten wäre, hier (noch) nicht stattgefunden.
Wir erreichen unser Hostel gegen 17:00 Uhr und haben einen Marsch von wahrscheinlich gut 20 km in den Knochen. Das Wetter hat sich den ganzen Tag über gehalten und so sind wir angenehm gebräunt. Abends gibt’s wieder ein paar Hühnchen Snacks von Coles und wir gehen geschafft, aber glücklich, ins Bett.