Adelaide Sehenswürdigkeiten

 
Wir erkunden die Innenstadt von Adelaide mit Shopping in der „Rundle Mall“ – besichtigen das „South Australian Museum“ und den Botanischen Garten – und genießen die freie Zeit auf dem besten Campingplatz in Australien, dem „Brighton Caravan Park“.
 

Adelaide Innenstadt

Am Morgen des 13. März erwachen wir nach einer eher kühlen Nacht im Wald des „Belair National Park“ Campingplatzes. Es ist etwas wolkig, einen Plan wie wir die Stadt jetzt am besten erkunden, haben wir noch nicht. Nach dem Frühstück orientieren wir uns mithilfe Christians iPad, da mein Handy hier empfangstechnisch irgendwie nicht so richtig will. Um das leidige Problem des Parkens in der Innenstadt zu umgehen, nehmen wir eine Nebenstraße ins Visier starten die Navigation. Zunächst geht es steil den Berg hinab und wir erhaschen einen Ausblick auf die Skyline von Adelaide. Nicht so super beeindruckend, aber ok, ist ja auch nur in etwa so groß wie Brisbane. Nach nur 15min Fahrt sind wir auch schon an Ort und Stelle, parken und hoffen, die Beschilderung richtig interpretiert zu haben. Jetzt heißt es: Laufen! Die Innenstadt von Adelaide liegt eine knappe dreiviertel Stunde entfernt.
Zahlen, Daten, Fakten: Adelaide ist die Hauptstadt des Bundesstaates „South Australia“ und hat heute ca. 1,3 Mio. Einwohner im Großraum (entspricht rund 75% der Gesamtbevölkerung South Australias). Sie wurde 1836 gegründet und vom „Saint-Vincent-Gulf“ aus rund 5km ins Landesinnere gesetzt. Das hatte verteidigungstaktische Gründe, noch heute ist Adelaide CBD von einem rund 800m breiten Grünstreifen umschlossen, der als Wehranlage ausgelegt war. Der Aufwand wurde betrieben, weil Adelaide nicht wie bspw. Sydney auf eine ehemalige Strafkolonie zurückgeht, sondern als Hauptstadt einer freien britischen Provinz konzipiert wurde. Das gesamte Stadtbild ist schachbrettartig aufgebaut und wird von großen Boulevards und Plätzen bestimmt. Benannt ist die Stadt nach der britischen Königin Adelaide, der deutschen Adelheid von Sachsen-Meiningen.

 
 

Bereits sehr früh siedelten sich hier europäische Siedler an, da die vollständige Religionsfreiheit ein Novum darstellte und ein modernes Ansehen vermittelte. 1872 war Adelaide die erste australische Stadt, die durch einen Telegraph mit London, dem Zentrum des Commonwealth, verbunden war. Zwischen 1870 und 1890 erlebte die Stadt einen Weizenboom, so dass in dieser Zeit sehr viele repräsentative, zeitgenössisch-geschmackvolle Gebäude entstanden, die noch heute sehenswert sind. Direkt im Zentrum wohnt heute praktisch niemand mehr, es ist ein reiner Geschäftsdistrikt.
Das Klima in Adelaide ist besonders angenehm. Es ist mediterran mit warmen, trockenen Sommern und milden Wintern. Zwischen November und April gibt es im Schnitt nur drei Regentage pro Monat. Die Wasserversorgung wird mit Stauseen im näheren Umfeld sichergestellt. Durch das nahe Meer, an das die Stadt bis heute herangewachsen ist, ergeben sich so vielfältige Möglichkeiten der Freizeitgestaltung und des ausgeglichenen Lebensstils.
In der 70er und 80er Jahren etablierte sich eine Festspielszene, die bis heute für Kultur in Adelaide ‚The Festival City‘ sorgt. Ich persönlich habe das Klima als nahezu perfekt empfunden, die Stadt insgesamt ist sauberer und gepflegter, aber auch irgendwie strenger als die anderen großen Städte (mit Ausnahme von Canberra).

An unserem ersten vollen Tag hier verschaffen wir uns nur einen groben Überblick und orientieren uns in der Innenstadt. Alles in Ordnung, aber nicht der Ober-Hammer, und daher auch locker in zwei bis drei Tagen zu schaffen. Wir empfehlen auf jeden Fall außerhalb zu parken und dann rund 20min (wir finden eine gut gelegene Straße) zu laufen, das erspart die hohen Gebühren. Auf jeden Fall möchten wir den Campingplatz wechseln und telefonieren die am nächsten gelegenen ab. Mit eher geringen Erwartungen (da nur 25 Dollar pro Nacht) fahren wir am frühen Nachmittag nach Brighton, einem südlichen Stadtteil. Umso begeisterter sind wir aber, was uns hier geboten wird. Ein extra Abschnitt weiter unten erläutert mehr.

Rundle Mall Adelaide

Vom Campingplatz in Brighton führen einige verschlungene Straßen bergauf durch ein Wohngebiet, in gut zwei Minuten erreicht man den von Port Noarlunga im Süden kommenden Highway A15, der westlich der City entlang schnurgerade bis fast nach Port Adelaide führt. Im Stadtteil Glenelg zweigen wir nach rechts auf den diagonal nordöstlich verlaufenden „Anzac Highway“ A5 ab. Am die Innenstadt umgebenden Grünstreifen geht es wiederum 45° nach rechts auf die A21 Greenhill Road, ehe nach ca. 800m rechts die Roberts Street abzweigt, in der man an der Seite bis zu vier Stunden parken kann. Die Fahrzeit ist abhängig vom Verkehrsaufkommen, zwischen gut 20 Minuten und einer knappen dreiviertel Stunde.
Zu Fuß geht es weiter. Wir durchqueren die „Adelaide Parklands“ (die ehemalige Wehranlage) und folgen der King William Street weiter nach Norden, der City of Adelaide bzw. Adelaide CBD entgegen. Der „Victoria Square“ ist einer der besagten repräsentativen Plätze, die zum Verweilen einladen und der von einer Mischung aus historischen (St. Francis Xavier Cathedral) und modernen (SA Waters, Hilton) Gebäuden umgeben ist. Vorbei am Rathaus ist es jetzt nicht mehr weit bis zur „Rundle Mall“, der Hauptshoppingmeile in Adelaide. Rund 25 Minuten hat es bis hierher gedauert und es wird unser Standardweg, den wir zum Besuch der Innenstadt gehen.
In der Rundle Mall findet man die für Australien typischen Stores. Ein MYER Centre, David Jones, natürlich Woolworth und Coles. Apple ist auch vertreten und in der ‚Regent Arcade‘ finden sich weitere kleine Geschäfte. Diese kleine, alte Mall weißt einen besonderen Charme auf, ist sehenswert wenngleich auch nicht sonderlich belebt. Leicht zu finden ist sie indes, am Eingang hat die Kaffeehaus-Kette „Koko Black“ eine Filiale.
In Adelaide kaufen Christian und ich schon ein paar Kleinigkeiten, allerdings eignet sich Melbourne noch mehr für ausgedehnte Shopping Trips. Es ist hier alles etwas kleiner, gemütlicher, weniger geschäftig. Straßenkünstler laden zum Verweilen und Staunen ein, einen Kaffee in einen der vielen Cafés zu trinken und das Wetter zu genießen rundet den Tag ab. Adelaide erscheint trotz des Klimas weniger warm und herzlich, sondern abgeklärter, korrekter und individueller, weniger die Gemeinschaft betonend. Ein bisschen wie eine professionelle Arbeiterstadt der higher Society, nicht unfreundlich, aber distanziert. Rückblickend betrachtet tendiert das Flair zu Canberra, aber mit besserem Wetter und mehr Lebensfreude. Abends unternehmen wir hin und wieder noch Spaziergänge entlang der Küste, machen ein wenig Sport, aber erholen uns vor allem von der Arbeit und von der Reise hierher.

South Australian Museum & Universität

Das „South Australian Museum“ gehört zu den empfehlenswerten Sehenswürdigkeiten in Adelaide. Es wurde schon 1856 gegründet und gliedert sich in ein entlang der North Terrace gelegenes Ensemble alter Bauwerke ein, zu denen auch die Bibliothek, die Kunstgalerie und die Universität gehört. Das weitläufige Gebäude beherbergt eine Abteilung zu der Geschichte der Ureinwohner Australiens, sowie zu Fossilen und Mineralien. Besonderer Stolz ist der Bereich zur ägyptischen Geschichte. Sehenswert fanden wir auch die Sammlung an Säugetieren sowie die großen Fischskelette im Foyer des Museums. Der freie Eintritt ist obligatorisch, in der Kunstausstellung gleich nebenan werden hingegen 25,- Dollar fällig.

Die 1874 gegründete „University of Adelaide“ ist die drittältestes von Australien. Die überwiegend im Kolonialstil errichteten Gebäude vermitteln den besonderen Charme einer damals aufstrebenden Stadt. Sie ist eine der führenden Universitäten in ganz Australien und viele Persönlichkeiten, die das öffentliche Leben in South Australia beeinflussen, haben hier studiert.

Botanic Garden Adelaide

Am nordöstlichen Ende von Adelaide CBD liegt der 1857 eröffnete Botanic Garden. Er ist ansprechend angelegt und wird neben der Naherholung auch für Trauungen und andere Feierlichkeiten genutzt. Ein Rosengarten und ein kleines Restaurant runden das Angebot ab. Im insgesamt als solide zu bezeichnenden Garten stechen drei ungewöhnliche Bauwerke hervor. Ein Glashaus im viktorianischen Stil, das 1875 aus Bremen importiert wurde und das eine Sammlung Kakteen vor der Witterung schützt.
Das zweite Highlight ist das 1989 eröffnete „Adelaide’s Bicentennial Conservatory“, ein rund 100m langer, 47m breiter und 27m hoher Glasbogen in ovaler Blattform – der größte Ein-Bogen-Bau der südlichen Halbkugel. Hier ist eine Sammlung tropischer Pflanzen, hauptsächlich Palmen, untergebracht. Es ist feucht und man kann den Regenwald hautnah spüren. Wegen der immensen Betriebskosten vor allem im Winter, wird dieses Gebäude seit einigen Jahren nicht mehr beheizt, so dass nur noch resistentere Spezies vorzufinden sind.
Das dritte bemerkenswerte Objekt wurde 1879 im historischen Kolonialstil errichtetet. „The Museum of Economic Botany“ präsentiert Nutzpflanzen der Erde und wurde maßgeblich vom bekannten Botaniker Richard Schomburgk aus Freyburg (Sachsen) gestaltet, der zwischen 1865 und 1891 Kurator des Gartens war. Informativ und übersichtlich werden hauptsächlich Getreide und Früchte gezeigt, das schwere, gediegene Ambiente vermittelt einen Hauch Geschichte und versetzt in die Zeit der Erkundungen der Welt zurück.
Wir empfehlen den Park für einen Besuch am Nachmittag, wo man vom Trubel der Stadt abschalten und einen Kaffee unter schattenspendenden Bäumen genießen kann.

Brighton Caravan Park

Unseren relativ langen Aufenthalt in Adelaide verdanken wir neben dem hervorragenden Wetter dem glücklichen Zufall, dass wir auf den Brighton Caravan Park gestoßen sind. Dieser liegt im Süden des Stadtteils Brighton direkt am „Seacliff Beach“, einem langen, leicht gebogenen Strand, der von der Steilküste im Süden bis zur etwa 3km entfernten Seebrücke im Norden reicht. Es gibt nur fünf unpowered Sites, aber da wir vorher angerufen haben zeigt man sich kulant und so bekommen wir zumindest für eine Nacht einen Stellplatz mit Stromanschluss zum günstigsten Preis. Alle weiteren Nächte steht unser Campervan nur 15m vom Strand entfernt, auf ebenen englischen Rasen unter einem Baum. Die Küche ist modern ausgestattet und super-sauber, ebenso wie der ruhige Aufenthaltsraum mit Steckdosen zum Arbeiten und die gänzlich neuen sanitären Anlagen mit Regenwaldduschen. Das ganze Ensemble ist so perfekt, dass es schon unwirklich anmutet und wir uns wie im Paradies fühlen. Die Atmosphäre ist freundlich, aber diskret, insgesamt spürt man die Entspannung, die in der Luft liegt.
Direkt am Campingplatz grenzt ein kleiner Park an, der am Hang der Steilküste zum Aufstieg einlädt. Von oben hat man einen phänomenalen Blick über die Küste und kann besonders gut die Abendsonne genießen. Im Stadtteil Brighton fallen die die vielen neuen und architektonisch abwechslungsreich gestalteten Einfamilienhäuser auf, die hier wohl mehrere Millionen Dollar zzgl. Grundstück kosten. Die Fußwege entlang der Küste laden zum Spazierengehen genauso wie zum Joggen ein. Gleich an der Seebrücke Brighton Jetty gibt es außerdem ein sehr empfehlenswertes Burger-Restaurant, das frische Qualität zu moderaten Preisen liefert. Eine willkommene Stärkung nach einem produktiven Tag. Einziger Wehrmutstropfen ist die Tatsache, dass es in naher Umgebung keine vernünftige Einkaufsmöglichkeit (Wooli’s, Coles) gibt. Aber das lässt sich bei allem was sonst geboten wird mehr als verschmerzen.

 
 

 
Unser Fazit von Adelaide ist maßgeblich von der perfekten Unterkunft und dem tollen Wetter geprägt. Wir haben sicherlich nicht alle Sehenswürdigkeiten mitgenommen, aber wir wollten auch einfach mal ein bisschen abschalten und das ist uns sehr gut gelungen. Dem Interessierten bieten sich auf Tripadvisor noch ein paar mehr Ausflugsmöglichkeiten an, wie beispielsweise ein Flugzeugmuseum oder das nahegelegene deutsche Touristendorf Hahndorf. Wir verlassen Adelaide wiederrum bei strahlendem Sonnenschein am Samstag, den 18.03.2017 und fahren via der „Great Ocean Road“ unserer nächsten Station Melbourne entgegen.
 

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