ᐅ Backpacking Australien | Work & Travel | Fruit Picking | Camping

Backpacking in Australien

Sydney
Wagga
QLD
Victoria

Warum Backpacking in Australien?

Backpacking in Australien oder Neuseeland ist für viele junge Menschen ein großer Traum. Aber warum üben gerade diese beiden Länder am anderen Ende der Welt eine solche Faszination für Backpacker und Traveller aus aller Welt aus? Auf unserer Reiseroute vor allem entlang der Ostküste von Australien haben wir versucht, Antworten zu finden, uns in den Bann der großen Städte wie Sydney oder Melbourne ziehen lassen und die Einsamkeit im Outback erlebt. Kaum ein anderes Land auf dieser Erde bietet so unglaubliche Kontraste zwischen Stadt und Land. Fast nirgends ergänzen sich politische Sicherheit und entwickelte Infrastruktur mit dem einfach zu erfüllenden, spontanen Wunsch nach Freiheit und Flexibilität beim Jobben. In der der Quintessenz: die Mischung macht’s. Die Gegensätze auf dem australischen Kontinent überwältigen. Übernachtung in unzähligen Nationalparks, Surfkurse, Touren und Hostels für Backpacker, Trampen oder ein Inlandsflug nach Westaustralien, harte
Farmarbeit, z.B. Fruit Picking & Packing, tolle Sehenswürdigkeiten – alles scheint möglich und greifbarer als in Europa. Australien ist das Land schlechthin für Work & Travel und wer noch mehr spannende Natur erleben möchte, findet im benachbarten Neuseeland mehr davon. Backpacking in Australien heißt, sich selbst zu organisieren, das Leben in die eigene Hand zu nehmen und direktes Feedback zu erfahren. Anders als in Deutschland wird der Lebensweg in Australien nicht so linear geplant, so straff organisiert, das System ist durchlässiger und weniger starr. Keiner schaut hier mitleidig, wenn Du als Lehramtsstudent oder Ingenieur auf der Farm oder auf der Baustelle arbeitest, vielleicht sogar für ein paar Jahre und danach wieder zum Bürojob wechselst. Und durch die unverbindliche Offenheit der meisten Australier gelingt es auch schneller als in Deutschland, wieder Bekanntschaften zu schließen, wenngleich oftmals weniger tiefgreifend.

 
Entdeckt gemeinsam mit uns den fünften Kontinent, auf einer Reiseroute entlang der Ostküste und durch den Süden von Australien. Wir möchten unsere Erlebnisse teilen und ganz persönlich von unserem Work &Travel berichten.
 

Australien Infos für Backpacker

Die englische Kurzform der offiziellen Staatsbezeichnung Commonwealth of Australia und der gebräuchlichste Ausdruck ist einfach Australia. Dazu gehört nicht nur der Kontinent selbst, sondern auch die vorgelagerte Insel Tasmanien im Süden sowie einige Pazifik-Inseln in den Außengebieten. Tatsache ist aber, dass Australien genauso wie Neuseeland zum Britischen Empire gehört und somit derzeit Queen Elizabeth II. das offizielle Staatsoberhaupt ist. Diese Besonderheit ist allerdings für die meisten Australier wenig relevant, aber gerade in den Großstädten spürt man den englischen Einfluss vor allem durch die historische Architektur. Australische Hauptstadt ist Canberra, eine Planstadt im geografischen Mittelpunkt der Luftlinie zwischen Sydney und Melbourne, mitten im Nichts gelegen.
In der Grafik sind die Unterschiede zu Deutschland dargestellt. Neben der relativ hohen Lebenserwartung fällt das relativ niedrige Durchschnittsalter auf. Australien ist erst Mitte des 19. Jahrhunderts westlich kolonialisiert worden, so betrachtet also junges Land mit einer bis heute überwiegenden Mehrheit an jungen Menschen. Die Zuwanderung aus anderen Teilen der Erde (vor allem Asien) hat daran einen erheblichen Anteil. Abwechslung in kultureller, kulinarischer und religiöser Hinsicht gehen damit einher, ebenso wie ein ausgeprägter Nationalstolz derjenigen, die hier fest angekommen sind. Auch die Größe bei relativ geringer Einwohnerzahl und ein hohes BIP pro Kopf fallen auf.

Top 6 Städte in Australien


 
 


Geographie und Klima

Vermutlich verbindet jeder Europäer ein ähnliches Bild mit Australien: roter Sand, karges Gestein, Wüsten und Strände. Alles das gibt es, allerdings sind die Entfernungen all das zu sehen gewaltig. Gut 3.000km von Nord nach Süd und 4.000km von Ost nach West. Distanzen, die fast gesamt Europa umreißen. Drei große geographische Zonen gliedern die Landmasse Australiens. Im Westen beginnend bildet mehr als die Hälfte des Kontinents das steinige, trockene Hochplateau. In der Mitte liegt die zentrale Tiefebene, ein ebenfalls sehr trockenes Sedimentbecken, das jedoch gleichzeitig das umfangreichste Fluss-System des Kontinents beherbergt. Über die Berge der Great Dividing Range hinweg erstreckt sich schließlich bis an die Ostküste am Pazifik die dritte Zone.
In Zusammenhang mit diesen Zonen steht auch das jeweils vorherrschende Klima. Aufgrund praktisch nicht stattfindender Regenfälle sind die ersten beiden Großlandschaften nahezu unbewohnt.


Heiße Tage und kalte Nächte sind für Mensch und Tier enorm herausfordernd. Entlang der Ostküste herrscht ein überwiegend mildes Klima, das maßgeblich vom Pazifik und dessen Meeresströmungen geprägt wird. Queensland im Norden ist tropisch, über die Mitte Australiens bis in den Süden nach Victoria werden die Temperaturen und Niederschläge deutlich gemäßigter.
Als Reiseroute empfiehlt es sich aus unserer Sicht, Beginn und Ende der Reise im Norden des Kontinents in den australischen Winter (Juni – August) zu legen und übers Jahr in den Süden zu reisen. Logistisch und von den Erreichbarkeiten durch internationale Flüge ist diese Variante jedoch herausfordernd. Entscheidendes Kriterium für die individuellen Möglichkeiten die Reiseroute zu gestalten sind letztlich die finanziellen Möglichkeiten und die damit verbundenen Einschränkungen.
Mehr Informationen zur Reiseroute finden sich unter Planung Backpacking.


Australian Lifestyle

Die Australische Küche ist geprägt von den vielen Kulturen der Einwanderer. Ein richtiges Nationalgericht ist deshalb schwer auszumachen. Was man typischer Weise an jeder Ecke bekommt sind Burger und „A Bowl of Chips“. Die Kochkünste und kulinarischen Ansprüche der Australier sind eher moderat ausgeprägt. Scharf, salzig oder fad ist das was geht, ansonsten ist nicht viel mehr drin. In den größeren Städten erweitert sich durch asiatische, indische und italienische Gerichte das verfügbare Angebot und damit das geschmackliche Erlebnis. Wenn wir essen gegangen sind (durchweg eher teuer) sind wir immer satt geworden, die Menge ist nicht das Thema. Einkaufen kann man praktisch dasselbe wie bei uns zuhause, die Basics unterscheiden sich auch im Preis nicht wirklich.
Die drei großen Lebensmittelketten Coles, Woolworths und iga bieten jeweils Eigenmarken an (coles, homebrand, black&gold). Milch, Haferflocken, Nudeln, Reis, Soße, Eier, Marmelade, Toast – das alles ist okay. Teurer wird es meistens beim Fleisch bzw. Aufschnitt. Hier gibt es aber oft täglich wechselnde Sonderangebote, gerade abends sind manchmal mehr als 50% Ersparnis drin. Generell lohnt es sich, auf Angebote oder MHD-Ware zu achten, einheimische Marken zu kaufen und die großen internationalen Brands auszuklammern. Ach ja: Alkohol und Zigaretten sind extrem überteuert, eine Flasche 0,33er Beck’s schlägt im Liquorstore mit ca. 5.- AUD zu Buche, eine Schachtel Marlboro mit ca. 35.- AUD.

 
 
 
Die Mentalität und Lebenseinstellung der Aussies ist nach unserer Einschätzung ein differenziert zu betrachtender Aspekt. Wir haben vor allem in den Städten und generell entlang den Küsten sehr viele interessierte, offene und herzliche Menschen kennengelernt. Sie erfüllen den Stereotyp des Australiers, wie er oft dargestellt wird. Je weiter man jedoch ins Landesinnere kommt, desto öfter haben wir eher verschlossene, launische und unzufriedene Menschen getroffen, die sich „vom Leben abgehängt“ fühlen und von allem Neuen maximal genervt sind. Es ist sehr schwer, pauschal etwas zu sagen. Außer Frage steht aber, dass unsere deutsche, zunächst etwas zurückhaltende und freundlich-professionelle Art sehr geschätzt wird und man damit auch schwierige Situationen im Umgang miteinander meistert. Und egal wo auf dem Kontinent gilt: ‚No worries, mate!‘
 


Übernachtung? Camping!

Wenn es ein nationales Hobby neben Sport und Rasen mähen für die Australier gibt, dann ist es Camping. Campen ist viel mehr verbreitet und als Urlaubsart beliebt als in Deutschland oder Europa generell (mit Ausnahme der Niederländer). Kurztrips am Wochenende, zu den Feiertagen, im Jahresurlaub oder als Rentner immer wieder um und durch den Kontinent sind gang und gäbe. Manch einer verkauft zur Pensionierung sein Hab und Gut und gönnt sich ein voll ausgestattetes Motorhome. Entsprechend dieser Gewohnheiten und den tausenden Backpackern jedes Jahr, gibt es nahezu überall Campingplätze. An den Hotspots ist deren Dichte natürlich höher und auch Ausstattung und Preise unterscheiden sich gravierend. Vergleichen lohnt sich also, und anrufen und fragen, was möglich ist. Unsere Stellplätze haben zwischen 10.- AUD und 40.- AUD pro Nacht gekostet, verglichen mit Hotels echt ein Schnäppchen.


Überwiegend passen auch die hygienischen Gegebenheiten sowie die Möglichkeiten zur Selbstverpflegung. Ein eigener Gaskocher ist trotzdem empfehlenswert, genauso wie Geschirr, Besteck und andere Kochutensilien. Auf vielen Plätzen kann man auch gegen eine Gebühr von meist 5.- AUD Wäsche waschen. Unserer Meinung nach besteht deshalb auch kein Grund, um Geld zu sparen irgendwo wild zu campen. Die Strafen reichen von einer Verwarnung bis hin zu über 1,000.- AUD pro Person (was uns erzählt wurde), wenn man erwischt oder verpfiffen wird – die Einheimischen haben nämlich keinen Bock auf Backpacker in der Nachbarschaft. Ein Schnäppchen sind oft die Campgrounds in den Nationalparks, wo man bei telefonischer Anmeldung eine kleine Gebühr per Kreditkarte zahlt. Allerdings sind sanitäre Einrichtungen hier oft eher mäßig ausgestattet oder gar nicht vorhanden. Dafür ist entdeckt man die remote Areas.


Work & Travel – Arbeiten in Australien

Für die meisten Backpacker gehört Work zum Australienabenteuer mit dazu. Auch bei uns hat es rund die Hälfte der Zeit ausgemacht, die wir downunder unterwegs waren.
Wo kann ich jobben?
Die mit Abstand meisten Arbeiter werden beim Farmwork benötigt. Hier ist es üblich früh anzufangen und lange Tage zu arbeiten und abhängig von der Fruchtfolge weiter zu ziehen. Die Vergütung unterliegt gesetzlichen Mindestvorgaben, auf deren Einhaltung geachtet werden sollte. Empfehlenswert ist unserer Meinung nach eine Vergütung auf Stundenbasis unabhängig von der geernteten Menge, auf die man nur bedingt Einfluss hat.
In den Städten ist es mitunter auch möglich, auf Baustellen oder in der Absicherung von Verkehrswegen tätig zu sein. Oft sind diese Jobs pro Stunde besser bezahlt, werfen aber aufgrund des geringeren Arbeitspensums nicht automatisch mehr Geld ab. Andere Einsatzbereiche sind im Gastronomiegewerbe, als House- oder Babysitter, in der Tourismusbranche oder mit viel Glück in den Minen Zentralaustraliens.
Wie komme ich an einen Job?
Die Möglichkeiten einen Job zu bekommen sind vielfältig. Connections anderer Backpacker, Aushänge in Hostels oder auf Campingplätzen, das Portal Gumtree und andere und staatliche Vermittlungsagenturen (vor allem in der Landwirtschaft). Wir haben neben ersterem vor allem letzteres gut genutzt und obwohl wir schließlich doch bei nur zwei Arbeitgebern tätig waren wurden unsere Anfragen bei den Arbeitsagenturen (z.B. BEST oder MADEC) überwiegend professionell, schnell und freundlich beantwortet. Aus eigener Erfahrung wissen wir daher auch, dass es verschenkte Zeit ist, Mails zu schreiben und Lebensläufe zu formulieren. Denn: wir sind nur mit Anrufen, Nachfragen und dem persönlichen Gespräch weitergekommen. Sobald mehr und verbindlicher, schriftlicher Aufwand mit einer Auskunft verbunden ist, sind die Umstände für den Arbeitgeber bei der großen Anzahl an Backpackern und anderer Gelegenheitsjobber viel zu groß und es tut sich nichts. Heißt also: im Internet nach Agenturen schauen oder Anzeigen finden und dann ran ans Telefon!

Was ist Backpacking?


Backpacking Planung

Um überhaupt nach Australien reisen zu können, müssen im Vorfeld einige Voraussetzungen erfüllt sein. Anders als in der Europäischen Union bzw. im Schengen-Raum sind sehr viel mehr Dinge zu beachten. Wir betrachten hier nur das „Working Holiday Visa“, mit dem die meisten Backpacker einreisen dürfen. Detaillierte Hinweise und andere Visa-Arten sind beim „Department for Immigration and Borderprotection“ (immi.gov.au) zu finden. Die meisten Dinge können im Gegensatz zu Deutschland online erledigt werden.
Der Knackpunkt bei der Steuernummer ist, dass man eine Adresse in Australien angeben muss, was im Vorfeld schwierig ist. An diese Adresse werden dann in der Folge alle Unterlagen gesendet. Wir haben diesen Schritt als einzigen von einer Agentur ausführen lassen. Dann muss man im Prinzip nur noch warten, bis alles genehmigt ist. Bei uns war das Visum innerhalb von ca. 5 Stunden genehmigt, es kann wohl aber auch mal bis zu 3 Wochen dauern.

Reisepass


mdst. 2 Jahre Gültigkeit, die Laufzeiten zur Bearbeitung berücksichtigen! – bei längerem Aufenthalt besser 3 Jahre

Visum


Beantragung des Visums online, verschiedene Arten beachten!

Voraussetzungen


keine Vorstrafen und sonstige Einschränkungen entsprechend des Online-Fragebogens

Finanzen


grundsätzliche finanzielle Absicherung, Startkapital
ca. 3.500,- EUR

Steuern


Beantragung einer Steuernummer (Tax File Number TFN) beim „Australian Taxation Office“ (ato.gov.au)


Bester Reisezeitraum Australien

Da in Australien zu fast jeder Jahreszeit jedes Klima auftritt, ist es schwer den passendsten Zeitraum zu empfehlen. Da die Highlights und die großen Städte alle an der Küste und in der eher gemäßigten Zone liegen, empfehlen wir die Anreise im September, also im australischen Frühjahr. Das hat den Vorteil, dass gerade wen man als Camper unterwegs ist, es nachts nicht zu kalt wird und tagsüber alles trocken wird. Das klingt vielleicht ein bisschen komisch, aber ganz ehrlich, als „normaler Deutscher“ denkt man über Wetterabhängigkeit nicht nach. Es gibt ja praktisch jedes Essen zu jeder Jahreszeit, die Wäsche waschen wir Sommer wie Winter (dann vielleicht mit Trockner), wohnen in massiv gebauten, evtl. gedämmten Häusern mit Heizung und haben wahrscheinlich zu 99% befestigte Straßen und im Zweifelsfall den Winterdienst. Wenn man wie wir überhaupt keine Erfahrung mit dem Camping-Leben hat, dann wird einem spätestens nach der ersten Nacht im Auto mit Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt klar, was Frieren eigentlich ist. Oder wenn die Wäsche bei feuchten 10°C partout nicht trocknen will.


Gerade der Winter ist es grob gesagt südlich von Brisbane alles andere als angenehm. Freilich, Schnee ist eher die Ausnahme, aber wirklich warm wird es nicht mehr. Dazu kommt, dass auch die Einheimischen für unsere gewohnten Verhältnisse eher suboptimal auf die niedrigen Temperaturen eingestellt sind. Vor allem die Häuser sind mitunter eher weniger thermisch sinnvoll ausgelegt, die ganze Konstruktion ist eben nicht für 200 Jahre und mehr ausgelegt. Deshalb drängt sich der Sommer für diese Regionen praktisch auf, außerdem ist es da am einfachsten Arbeit zu finden. Wer überwintern möchte ist im tropischen Norden bestens bedient. Dort hat es fast durchweg um die 30°C bei annährend 100% Luftfeuchte. Auch das ist zum Campen sicherlich nicht optimal, aber besser geschwitzt als gefroren. Hinzu kommt, dass abhängig davon ob man persönlich eher Hitze oder Kälte verträgt, die Reiseroute nahezu permanent den eigenen Wünschen anpassen kann. Und: auch wir waren unpassender Weise im Hochsommer in Townsville südlich von Cairns. Klar war es brechend schwül, aber nicht so, dass es gar nicht ging.